Wer sich heute mit Fotografie beschäftigt, kommt an Bildbearbeitung nicht vorbei. Gleichzeitig ist das Misstrauen groß. Viele Betrachter fragen sich unbewusst: Ist dieses Bild noch Fotografie oder schon KI?
Genau hier möchte ich Klarheit schaffen. Denn meine Bilder entstehen nicht aus Prompts, sondern draußen in der Natur. Mit Kamera, Geduld, Licht und einem wachen Blick. Die Bildbearbeitung ist kein Ersatz für Fotografie, sondern ihr letzter, entscheidender Schritt.
Fotografie beginnt vor dem Klick
Ein überzeugendes Tierfoto entsteht lange bevor irgendein Programm geöffnet wird. Standortwahl, Licht, Brennweite, Abstand zum Tier, der richtige Moment. All das entscheidet darüber, ob ein Bild später überhaupt tragfähig ist.
Was ich nicht fotografiert habe, kann ich auch nicht „herbeizaubern“. Es gibt kein Austauschen von Augen, kein Ersetzen von Fell, kein Erfinden von Blicken. Die Grundlage jedes Bildes ist immer eine echte Aufnahme.
Bildbearbeitung ist kein Trick, sondern Handwerk
Nach der Aufnahme beginnt die ruhige, präzise Arbeit am Bild. Dabei nutze ich professionelle Werkzeuge wie Adobe Photoshop und Adobe Lightroom, ergänzt durch weitere spezialisierte Tools.
Diese Programme sind kein Zauberstab. Sie sind vergleichbar mit der Dunkelkammer früherer Zeiten. Auch damals wurden Kontraste angepasst, Belichtungen korrigiert und Stimmungen herausgearbeitet.
Der Unterschied zu KI ist fundamental:
Ich verändere nicht die Realität, sondern arbeite sie heraus.
Was ich in der Bearbeitung bewusst tue
Meine Bildbearbeitung folgt klaren Prinzipien:
- Korrektur von Belichtung und Weißabgleich, damit das Licht so wirkt wie vor Ort
- Feine Kontraststeuerung, um Tiefe und Plastizität zu erzeugen
- Dezente Farbgestaltung mit natürlichen, erdigen Tönen
- Leichte Schärfung dort, wo das Auge sie erwartet
- Zurückhaltende Hintergrundberuhigung ohne Details zu zerstören
- Das Tier selbst bleibt unangetastet. Augen, Fellstruktur, Haut und Proportionen bleiben exakt so, wie sie fotografiert wurden. Keine Verfremdung, keine künstlichen Effekte, kein „KI-Look“.
© tb | - fotografie by Ronny Morgner
Was ich ganz bewusst nicht mache
Es gibt Dinge, die man heute technisch problemlos tun könnte, die ich aber konsequent vermeide:
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Kein Austauschen von Himmel oder Hintergründen
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Keine Manipulation von Körperformen
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Keine generativen Inhalte
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Keine Texturen oder Details, die nicht fotografiert wurden
Warum?
Weil genau dort die Grenze zwischen Fotografie und künstlicher Bildgenerierung verläuft. Und diese Grenze ist mir wichtig.
Warum meine Bilder manchmal „zu gut“ wirken
Ein häufiges Missverständnis ist, dass realistische Fotografie automatisch roh und unperfekt aussehen müsse. Das Gegenteil ist der Fall. Gute Lichtbedingungen, hochwertige Objektive und saubere Nachbearbeitung führen zu Bildern, die klar, ruhig und intensiv wirken.
KI-Bilder erkennt man oft an Übertreibung. Zu perfekte Symmetrien, künstliche Lichtquellen, glatte Flächen, unnatürliche Details.
Meine Bilder wirken stark, weil sie reduziert sind. Weil nichts ablenkt. Weil der Blick beim Tier bleibt.
Vertrauen durch Transparenz
Ich stehe offen dazu, dass meine Bilder bearbeitet sind. Jede professionelle Fotografie ist das. Entscheidend ist nicht ob bearbeitet wurde, sondern wie und mit welchem Anspruch.
Meine Arbeit folgt einem fotografisch-kinematografischen Fine-Art-Stil. Dokumentarisch im Kern, veredelt im Ausdruck. Die Realität bleibt sichtbar, wird aber klarer, ruhiger und emotionaler erfahrbar.
Fazit
Meine Bilder stammen nicht aus einer KI.
Sie entstehen draußen, im echten Moment, mit echter Kamera.
Die Bildbearbeitung dient nicht dazu, etwas zu erfinden, sondern das Gesehene respektvoll zu verdichten.
Wenn ein Bild berührt, ohne künstlich zu wirken, dann hat die Bearbeitung ihren Zweck erfüllt. Und genau das ist mein Anspruch bei jeder einzelnen Aufnahme.
Ronny M. Autor
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Artikel Update 05.02.2026
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